Fleischlobby stoppen: kein Namensverbot für Fleischalternativen!


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EU-weit droht ein Verbot von sich auf „Fleisch“ beziehende Begriffe und Namen für vegetarische und vegane Fleischalternativen – der Veggie-Burger soll also bald nicht mehr Burger heißen dürfen. Dass die Politik angesichts der drohenden Klimakatastrophe nichts Besseres zu tun hat als ausgerechnet gegen klimafreundliche Alternativprodukte vorzugehen, ist ein Skandal. Fordern Sie die zuständigen Politiker dazu auf, nicht auf diesen Vorstoß der Fleischlobby einzugehen und stattdessen umweltfreundliche Alternativen zu fördern!

Die Fleischlobby versucht seit Jahren, Bezeichnungen wie „Burger“, „Wurst“ oder „Schnitzel“ für ihre Produkte schützen zu lassen: In Frankreich gilt bereits seit 2018 ein entsprechendes Gesetz – bei Zuwiderhandlungen drohen seither Strafen von bis zu 300.000 Euro. Der Vorstoß zu der Gesetzesänderung kam von einem Abgeordneten, der selbst Rinderzüchter ist.

In Deutschland haben die Lobbyorganisationen Deutscher Fleischer-Verband und Deutscher Bauernverband 2016 bei der Deutschen Lebensmittelbuchkommission (DMLBK) den Antrag gestellt, dass „Bezeichnungen von Fleischerzeugnissen“ für fleischlose Erzeugnisse untersagt werden sollen. Ende 2018 hat die DMLBK dann „Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel mit Ähnlichkeit zu Lebensmitteln tierischen Ursprungs“ veröffentlicht, in denen es z.B. heißt, Bezeichnungen wie „Salami“ oder „Lyoner“ sollten fortan nicht mehr für solche Produkte verwendet werden.

Am 1. April hat der Agrarausschuss des Europaparlaments eine Gesetzesvorlage beschlossen, die vorsieht, dass sich auf „Fleisch“ beziehende Begriffe und Namen ausschließlich für „die zum Verzehr geeigneten Teile des Tieres“ gebraucht werden dürfen – „einschließlich Blut“. Die Fleischindustrie sei ganz offensichtlich „in Panik, weil sich junge Menschen vom Fleischessen abwenden“, kommentierte Molly Scott Cato, eine britische grüne Europaabgeordnete, die Mitglied des Agrarausschusses ist, die Abstimmung.

Dass, während immer mehr Menschen auf die Straßen gehen, um eine lebenswerte Zukunft einzufordern und die Politiker endlich zum Handeln zu bewegen, diese nichts Besseres zu tun haben als ausgerechnet gegen umwelt- und klimafreundliche Alternativprodukte vorzugehen, ist ein Skandal! Alternativen aus pflanzlichen Proteinen, die Ressourcen und Emissionen sparen und zudem gesünder sind, sind dringend notwendig und sollten den Menschen mit vertrauten Bezeichnungen entgegenkommen. Letztere sind auch bereits seit Jahrzehnten etabliert.

Der Zugang zu pflanzlichen Alternativen darf nicht erschwert, sondern muss vereinfacht werden! Die entsprechenden Richtlinien, Vorgaben und geplanten Gesetze, die auf die Lobbyarbeit der Fleischindustrie zurückgehen, sollten entsprechend revidiert werden. Bevor das EU-weite Verbot wirksam wird, muss nach der Europawahl im Mai noch das gesamte Parlament zustimmen – wir fordern die EU-Abgeordneten dazu auf, gegen die vom Agrarausschuss eingebrachte Gesetzesvorlage zu stimmen!



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